Warum gibt es plötzlich so viele Flüchtlinge?

Global sind gegenwärtig fast 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Das sind so viele wie die Einwohner der alten deutschen Bundesländer, so viele, wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr.

Vielfältige Gründe

Syrien: Die Soldaten von Staatschef Assad und der IS üben eine Terrorherrschaft aus und bekämpfen sich gegenseitig ohne Rücksicht auf die Menschen.

Irak: Auch dort terrorisiert die IS.

Afghanistan: Die Taliban sind immer noch mit Gewalttaten präsent.

Somalia: In diesem Land gibt es seit Jahrzehnten einen blutigen Bürgerkrieg.

Eritrea: Das Land steht unter der Gewaltherrschaft eines Diktators.

Westafrika: Viele Menschen haben dort ihre Heimat verlassen, weil die wirtschaftliche Situation ausweglos ist.

Westbalkan, Kosovo und Albanien: Auch hier gibt es viele, die vor Hunger und Armut flüchten.

Von Januar bis Juni 2015 kamen nach Angaben des UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der UN, 137.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa. Für das gesamte Jahr 2015 rechnet das Flüchtlingshilfswerk mit 700.000 Mittelmeerflüchtlingen. In den Sommermonaten stieg die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan stark an. Gründe dafür sind die Perspektivlosigkeit der Menschen nach jahrelangem Bürgerkriegs in Syrien und die schlechte Situation in den Flüchtlingslagern in der Türkei und im Libanon. Hinzu kommt, dass die Schlepperbanden immer professioneller zu Werke gehen. Auch die Angst, zum Wehrdienst eingezogen zu werden, ist ein Grund für die Flucht.

Einen legalen Weg nach Europa gibt es für die Flüchtlinge nicht, sie erfüllen nicht die Voraussetzungen für die Erteilung eines Visums. Also haben sie nur die Möglichkeit, sich an Schlepperbanden zu wenden.

Einen legalen Weg gibt es nur für die sogenannten Kontingentflüchtlinge. Diese Menschen wählen europäische Länder direkt in Flüchtlingslagern im Libanon oder in der Türkei aus und erteilen Ihnen die notwendigen Visa.

Gegenwärtig findet ein politscher Meinungsaustausch darüber statt, Flüchtlinge bereits in ihren Herkunftsländern oder in Nachbarländern einen Asylantrag stellen zu lassen und ihnen dort Reisepapiere auszuhändigen, wenn klar ist, dass ihr Asylantrag in Europa anerkannt wird. Eine Anerkennung des Asylantrags findet bei z.B. bei Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak oder Eritrea in den allermeisten Fällen statt.

Die letzte große Flüchtlingswelle erlebte Deutschland während der Jugoslawienkriege. So beantragen 1992 fast eine halbe Millionen Menschen Asyl in Deutschland. In der Statistik wurde damals jedoch nicht zwischen Erst- und Folgeantrag getrennt.