Wer darf sich als Ausländer in Deutschland längerfristig aufhalten?

Nach Deutschland gibt es keine ungesteuerte Zuwanderung - auch wenn von rechten Gruppierungen immer wieder behauptet wird, jeder könne in Deutschland die Vorteile des Sozialstaates ausnutzen. Der Aufenthalt von Ausländern in Deutschland richtet sich nach dem Aufenthaltsgesetz und nach dem Asylgesetz. Diese Gesetze legen das Verfahren zum Aufenthalt und die Aufenthaltstitel fest.

1. EU-Bürger

Innerhalb der europäischen Staaten herrscht Freizügigkeit. Jeder Europäer darf im Rahmen der EU-Freizügigkeitsregeln nach Deutschland kommen, hier arbeiten oder sich eine Arbeit suchen. Arbeitssuchende Ausländer haben zunächst keinen Anspruch auf Sozialleistungen.

2. Flüchtlinge

Deutschland gewährt Menschen, die vor Verfolgung oder anderer Gefahr für ihr Leben oder ihre Freiheit fliehen, Asyl oder Schutz als Flüchtling. Wichtig zu wissen ist, dass Armut keinen Grund darstellt, der zur Anerkennung als Asylberechtigter oder Flüchtling führt.

3. Familienangehörige

Ausländische Ehepartner oder Kinder von Deutschen oder Ausländern, die bereits in Deutschland leben, haben ein Recht auf einen Aufenthalt in Deutschland – wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

4. Drittstaatsangehörige

Bürger aus Drittstaaten, also aus Staaten, die nicht zur EU gehören, haben nur unter sehr engen Voraussetzungen einen Anspruch auf Aufenthalt in Deutschland. Beispielsweise sind Hochschulabsolventen zu nennen, denen der Aufenthaltstitel Blaue Karte EU zusteht. Auch zum Studium oder zur Ausbildung können Ausländer nach Deutschland kommen – wenn ihr Lebensunterhalt gesichert ist.

5. Spätaussiedler aus Mittel- und Osteuropa

Die Gruppe der Spätaussiedler nimmt gegenwärtig nur einen sehr kleinen Platz unter den Zuwanderern ein. Die Zahlen sinken jährlich. Im letzten Jahr waren es lediglich ca. 2000 Menschen.