Neue Zahlen zu den Flüchtlingen

Neue FlüchtlingszahlenÜber 65 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Das ist eine Herausforderung auch für die Flüchtlingsorganisationen.

Flüchtlingskinder

Kinderrechtsorganisationen zeigen sich besonders besorgt über die immer weiter ansteigende Zahl unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. In Serbien zum Beispiel hat sich die Anzahl 2016 verfünffacht. Illegal reisende Familien werden häufiger getrennt, die Künder müssen dann allein weiter fliehen. Der Generalsekretär des Europarates rief die europäischen Regierungen vor kurzem auf, dem Schutz minderjähriger Migranten und Asylsuchender vor sexuellem Missbrauch oberste Priorität einzuräumen.  Im vergangenen Jahr sind allein in Europa 300.000 Kinder als Migranten angekommen. Diese Kinder müssen sichere Unterkünfte und gesetzliche Vertreter bekommen, um sie vor Missbrauch zu schützen.

Zwei neue Flüchtlinge pro Atemzug

Vor 10 Jahren waren es durchschnittliche sechs Menschen pro Minuten, die entwurzelt wurden und sich auf eine Flucht begeben mussten. Heute sind es vier Mal so viel, also 24 pro Minute, so ein Bericht der UN. Die Zahl der von Flucht und Vertreibung betroffener Menschen hat nach Angaben der Vereinten Nationen ein Rekordniveau erreicht.  Insgesamt waren Ende letzten Jahres über 65 Millionen  Menschen auf der Flucht. Das geht aus dem Jahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerkes hervor. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl um fast sechs Millionen. Misst man diese Zahlen an der Weltbevölkerung von 7,349 Milliarden, ist jeder 113 Mensch ein Flüchtling, Binnenvertriebener oder Asylsuchender. Das entspricht der Zahl der Einwohner Frankreichs oder Großbritanniens.

65 Millionen auf der Flucht

Über 21 Millionen der über 65 Millionen waren Flüchtlinge, so das UNHCR. Über 40 Millionen Menschen waren gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen.  Und befanden sich innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht.  Über weitere 3 Millionen warteten auf die Entscheidung über ihren Asylantrag.

Türkei, Libanon, Kongo

Die große Mehrheit der Flüchtlinge hält sich außerhalb Europas auf, insbesondere in den Nachbarländern der Krisenstaaten. Die meisten Flüchtlinge, nämlich 2,5 Millionen, hat die Türkei aufgenommen.  Schaut man auf das Verhältnis Einwohner – Flüchtlinge, so hat der Libanon die meisten Menschen aufgenommen.  Setzt man die Flüchtlinge in das Verhältnis zur Wirtschaftskraft eines Landes, so steht die Demokratische Republik Kongo an erster Stelle. In Deutschland sind im letzten Jahr mit 450.000 so viele Asylanträge gestellt worden wie in keinem anderen Land der Welt.

Stetiger Zuwachs

Seit Mitte der 1990er Jahre haben Flucht und Vertreibung in den meisten Regionen weltweit stetig zugenommen, kann man in dem UN-Bericht weiter lesen.  Das gegenwärtige Problem sei die Bereitschaft von Staaten zur Zusammenarbeit, was aber derzeit dringend gebraucht werde, so das UN-Flüchtlingskommissariat.

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