Nehmen Flüchtlinge den Deutschen Arbeitsplätze weg?

Welche Auswirkungen hat die große Anzahl der Flüchtlinge für den deutschen Arbeitsmarkt?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir hier nachgehen.

Flüchtlinge nehmen Arbeitsplätze in Deutschland weg?

Asylbewerber dürfen zunächst gar nicht in Deutschland arbeiten. In den ersten drei Monaten ist ihnen das vollkommen verboten. Erst nach 15 Monaten fällt zudem die sogenannte „Vorrangprüfung“ weg. Steht ein Deutscher oder ein EU-Bürger für den Job zur Verfügung, bekommen Asylbewerber keine Beschäftigungserlaubnis.

Viele Arbeitgeber fordern eine Senkung dieser Fristen, denn in Deutschland ist der Bedarf an Arbeitskräften groß.

Die Asylbewerber müssen auch noch anderer Hürden für eine Beschäftigung nehmen. Oft fehlen ihnen in Deutschland anerkannte Qualifikationen und Ausbildungsabschlüsse.
Dabei herrscht in vielen Berufsgruppen in Deutschland Fachkräftemangel, etwa in technischen Berufen oder in Pflegeberufen. Nach offiziellen Prognosen sind Arbeitskräfte aus dem Ausland nötig für Deutschland.

Kommt die Mehrzahl der Flüchtlinge nach Deutschland?

Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR wurden weltweit die meisten Asylanträge in Deutschland gestellt. Im Jahr 2016 werden 800.000 Flüchtlinge erwartet. Das bedeutet aber nicht, dass tatsächlich die meisten Flüchtlinge nach Deutschland kommen und auch hierbleiben. Die meisten Syrer beispielsweise suchen ohne Asylanträge im Libanon oder in der Türkei Schutz. Unmittelbar hinter den Grenzen der EU und in Syriens Nachbarländern ist die Zahl von Flüchtlingen auf über 4 Millionen angestiegen.

Bekommen Asylbewerber mehr Unterstützung als Hartz IV Bezieher?

Nein, Asylbewerber bekommen nicht mehr Leistungen als Hartz IV Bezieher. Das Bundesverfassungsgericht hat vor einigen Jahren entschieden, dass gegen das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum nicht verstoßen werden darf. Deshalb müssen Leistungen für Asylbewerber etwa auf dem Niveau von Sozialhilfeempfängern und Hartz IV Beziehern liegen.

Gegenwärtig bekommen Asylbewerber in den ersten 15 Monaten vor allem Sachleistungen und Taschengeld. Die Sach- und Geldleistungen liegen bei einem Flüchtling etwa 10 Prozent unter den Hartz IV Regelsätzen.

Mit den Asylpaketen wurde hier vieles dezidiert geregelt.

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