Weniger Flüchtlinge als angenommen in Deutschland

Zahl der Flüchtlinge 2016 stark rückläufig.In Deutschland, das wundert sicher niemanden, der sich für Politik interessiert, gab es im vergangenen und laufenden Jahr erheblich mehr Flüchtlinge und Asylbewerber, als in den Jahren zuvor. Die Asylbewerber werden mit Geld und Sachleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz unterstützt.

Asylbewerberleistungen im Vorjahr gestiegen

Es waren knapp 1 Millionen Menschen, die Ende letzten Jahres Regelleistungen bezogen. Da waren 169 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Dies hat das Statistische Bundesamt errechnet. Mehr als 300.000 Berechtigte stammen aus Syrien. Die staatlichen Ausgaben erhöhten sich um 120 Prozent auf knapp 5,3 Milliarden Euro.

Die Zahl der Leistungsbezieher erhöhte sich zum sechsten Mal in Folge. Im Jahr 2010 hielten sich in Deutschland 130.000 Empfänger von Asylbewerberleistungen auf. Ende letzten Jahres waren es 975.000. Zwei Drittel der Leistungsbezieher sind männlichen Geschlechts. Aus Europa kommen 22 Prozent der Asylbewerber. 83.000 besitzen einen serbischen, kosovarischen oder montenegrinischen Pass.

Im Jahr 2016 ist die Zahl der Asylbewerber dagegen wieder rückläufig.

Easy-Registrierungsverfahren fehleranfällig

Auch 2015 war die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind,  geringer, als zunächst angenommen. (Man hatte mit der Zahl 1,1 Millionen gerechnet.) Etwa 50.000 der Flüchtlinge  haben ihr Asylverfahren nicht weiterverfolgt und sind entweder weitergereist oder in ihr Herkunftsland zurückgekehrt.

Die Differenz zwischen den angenommenen 1,1 Millionen und der exakten Zahl erklärt sich auch mit der Überforderung der deutschen Behörden, als im vergangenen Jahr binnen weniger Wochen Hunderttausende Menschen in Deutschland um Asyl nachsuchten. Die Flüchtlinge wurden nach ihrer Ankunft in Deutschland im sogenannten Easy-Verfahren registriert und dann auf Erstaufnahmeeinrichtungen verteilt.

Wurden über die deutsch-österreichische Grenze nach Bayern gekommene Flüchtlinge dann aber in einem anderen Bundesland untergebracht, kam es in einigen Fällen zu Doppelregistrierungen. Im Easy-System konnte auch nicht erfasst werden, wenn ein registrierter Flüchtling Deutschland wieder verließ und in ein anderes Land weiterreiste.

Bereits Anfang 2016 hatte das Bundesinnenministerium auf die möglicherweise niedrigere Zahl der tatsächlich Eingereisten hingewiesen. Diesen Datenfehlbestand haben die Behörden nun offiziell beseitigt.

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