Anhörung im Asylverfahren

Wenn Deutschland für die Prüfung des Asylverfahrens zuständig ist, wird der Asylbewerber von einem Mitarbeiter im Bundesamt – einem Entscheider – persönlich zu seinen Fluchtgründen angehört.

Beteiligte

Die Anhörung ist nicht öffentlich. Beteiligt sind der Antragsteller, sein Verfahrensbevollmächtigter (Rechtsanwalt, Vormund) und der Entscheider. Ein Dolmetscher ist ebenfalls anwesend. Wenn der Asylbewerber es wünscht, kann ein Vertreter des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) an seiner Anhörung teilnehmen. Weitere Personen können nur teilnehmen, wenn der Asylbewerber und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zustimmen.

Asylbewerber schildert die Fluchtgründe

Die Anhörung stellt den wichtigsten Termin des Antragstellers innerhalb seines Asylverfahrens dar. Der Antragsteller muss selbst seine Fluchtgründe schildern. Er muss alle Tatsachen vortragen, die seine Furcht vor Verfolgung oder die Gefahr eines ihm drohenden ernsthaften Schadens begründen (§ 25 AsylG). Er muss auch alle sonstigen Tatsachen und Umstände darlegen, die einer Rückkehr in sein Heimatland entgegenstehen.

In seiner persönlichen Anhörung muss jeder Flüchtling, der 16 Jahre oder älter ist, also die Gründe seines Asylgesuches schildern. Diese Anhörung dauert oft mehrere Stunden. Für die Flüchtlinge ist das oft seelisch sehr belastend, da sie von ihren traumatischen Erfahrungen berichten müssen. Oft ist es das erste Mal, dass die ihre Erlebnisse verbal ausdrücken müssen. Sie müssen ihre Verfolgung, ihren Lebenslauf und die Fluchtumstände offenlegen. Ihnen ist bewusst, dass von dieser Anhörung die Asylentscheidung und damit der Fortlauf ihres Lebens abhängt.

Zu Beginn der Anhörung werden vom Entscheider auch Fragen zu den persönlichen Lebensumständen des Antragstellers gestellt.

Der Asylbewerber ist verpflichtet, wahrheitsgemäße Angaben zu machen und Beweismittel vorzulegen, sofern er solche hat bzw. beschaffen kann.

Dauer

Die Dauer der Anhörung, hängt vom individuellen Verfolgungsschicksal ab. Über die Anhörung wird eine Niederschrift angefertigt, die alle wesentlichen Angaben des Antragstellers beinhaltet. Dem Antragsteller wird eine Kopie der Niederschrift übergeben.